Freitag, 4. September 2015

Schnell, einfach und limitiert

Der Limited Professional User ist tot. Das wird wahrscheinlich das
meistdiskutierte Thema in Bremen auf dem DSAG-Kongress sein – neben der
einfachen und schnellen Suche nach S/4 Use und Business Cases.

Nur schnell und einfach reicht eben nicht, auch Fairness, Transparenz und
Kontinuität sind wichtig. SAP hat den Limited Professional User (LPU) Anfang
des Jahres aus der Preis- und Konditionenliste (PKL) genommen.
Nachbestellungen sind nur teilweise möglich. SAP versucht alles, um die
Bestandskunden Richtung Professional User (3.200 Euro) zu drängen, und noch
schaut die DSAG diesem Treiben weitgehend tatenlos zu – auf dem kommenden
Jahreskongress wird dieses Thema aber bestimmend sein. Planen doch Michael
Kleinemeier und Gerd Oswald nichts anderes, als den Support-Umsatz so zu
verdoppeln – bei gleicher Leistung. Jetzt aber hätten sich die
Bestandskunden bis 14. August rechtfertigen müssen, in welcher Form sie den
LPU weiter beziehen wollen – trotz SAP-Zusage aus dem vergangenen Jahr:
„Customers who have previously licensed the Limited Professional User can
license more of the same using the same definition." Es ist wahr, alles
ließe sich irgendwie rechtfertigen, aber das Phänomen der Sprache beruht auf
der Regelmäßigkeit und der Übereinstimmung im Handeln – definierte der
Wiener Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889–1951). Nach dem verbalen
Schlagabtausch zwischen SAP-Vorstand Gerd Oswald und DSAG-Vorstand Andreas
Oczko bezüglich Lizenzregelungen auf dem DSAG-Kongress vergangenes Jahr in
Leipzig könnte es demnach dieses Jahr zu einer Wiederholung kommen: Oczko
gegen Kleinemeier (laut offiziellem Programm wird Gerd Oswald in seinem
letzten Jahr bei SAP nicht mehr anwesend sein).
Global-Managing-Board-Mitglied Michael Kleinemeier wird am zweiten Tag des
Kongresses seine Keynote in Bremen halten. Und die Frage stellt sich, ob er
nur über einfach und schnell referieren oder auch den Tod des LPU zur
Sprache bringen wird? Klärung und Übereinstimmung mit den handelnden
DSAG-Mitgliedern wären wünschenswert. In jedem Fall wird die PKL 2015 in
Bremen für viel Gesprächsstoff sorgen, denn noch ist auch das Thema
„indirekte Nutzung" ungeklärt. Offiziell soll es der Platform User für 1.300
Euro lösen – nur wer kann das bezahlen? In einem DSAG-Dokument wird die
Möglichkeit einer Schadenshöhe durch Nachlizenzierung betreffend der
indirekten Nutzung von über zwei Mio. Euro pro Bestandskunde diskutiert.
(pmf)
Autor: Peter M. Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin

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[tags AGB, Lizenz, Software, Lizenzmodelle, Erschöpfungsgrundsatz, EuGH,
Europa, Wettbewerb, DSAG]
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