Montag, 3. November 2014

Software Audits unnötig

Software-Audits gelten seit langem als notwendiges "Übel", um sicherzustellen, dass Endkunden nicht gegen Lizenzrechte verstoßen. Denn Softwarehersteller setzen nach wie vor hauptsächlich auf diese Methode, damit Kunden nicht irrtümlich oder vorsätzlich mehr Softwarelizenzen nutzen, als sie erworben haben. In manchen Marktsegmenten werden Kunden von den jeweiligen Herstellern allerdings stärker geprüft als von anderen. Schon die Vorstellung, sich einem Audit unterziehen zu müssen, veranlasst die meisten Endkunden dazu, angemessene Vorkehrungen zur Einhaltung der Lizenzbestimmungen zu treffen.

In letzter Zeit scheinen sich Nachrichten über lizenzrechtliche Verstöße durch Unternehmen zu häufen. Aber diese Meldungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Selbst Unternehmen, die sich an die Richtlinien der Hersteller halten, machen unangenehme Erfahrungen mit Software-Audits. Und leider nimmt der Trend zu Audits sogar deutlich zu, je mehr innovative Lizenzmodelle und effiziente IT-Infrastrukturen auf den Markt drängen.

Es gibt zahlreiche Lizenz- und Computing-Modelle, wie beispielsweise ohne oder mit Laufzeitbeschränkung, Abo-Verfahren, Nutzungsabrechnung, Peak-/Burst-Modelle, Pay-per-Use-Modelle, Cloud Computing, Virtualisierung, X-as-a-Service und eine Vielzahl weiterer neuer Wege zur Messung der Lizenznutzung. Sie bieten Anbietern und Endkunden gleichermaßen handfeste Vorteile, wenn es um Flexibilität, Zugriff und Effizienz geht. Die Kehrseite ist allerdings eine Zunahme der Audit-Aktivitäten. Vermutlich wird sich die Situation noch verschlechtern, je stärker Softwareanbieter versuchen, ihre Umsatzerlöse zu optimieren und je komplizierter die Compliance-Programme für Endkunden werden.

Die Ironie besteht darin, dass Audits für die meisten Softwareanbieter oder Endkunden gar nicht nötig sind. Denn Software kann "compliance-aware" gemacht werden. Software lässt sich so konzipieren, dass sie selbsttätig erkennt und handelt, wenn sie nicht konformitätsgetreu eingesetzt wird. Software kann sich also selbst überprüfen. Das Gleiche gilt für Hardware, in die Software integriert ist oder die ans Netzwerk angeschlossen ist.

Tatsächlich wird dies im CAD-Bereich und in anderen Marktsegmenten für technische Software und Hardware seit über 20 Jahren praktiziert, womit Audits nahezu völlig wegfallen.

 

Autor Michael Costa

Quelle: http://www.compliancemagazin.de/compliancefachbeitraege/administration/flexera-software251111.html

 

[tags AGB, Lizenz, Software, Lizenzmodelle, Erschöpfungsgrundsatz, EuGH, Wettbewerb, SAP, Audit]
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