Freitag, 18. Oktober 2013

Staatliche Förderung für Konzerne

Der Staat investiert viel in die Forschung, Entwicklung und Förderung von
Unternehmen. Doch wer wird dabei begünstigt? Bauherren und Modernisierer
werden mit rund 5.700 Förderprogrammen unterstützt. Über fünf Milliarden
Euro wurden im Jahr 2012 von der EU zur Förderung der Landwirtschaft in
Deutschland genutzt. Das Meiste ging hierbei wohl aber an große Konzerne.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördern nicht nur
Grundlagenforschung, sondern auch Schlüsseltechnologien in der
Gesundheitsforschung, Informationstechnik, der ökologischen Forschung, der
Verkehrs- und Raumfahrtforschung sowie der Meerestechnik. Desweiteren wird
die Vorsorgeforschung von Umwelt, Klima und Ökologie unterstützt und auch
die Bildungsforschung kommt nicht zu kurz.

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen dagegen hat
sich auf die Forschung und Entwicklung beziehungsweise die Unterstützung von
kleineren und mittleren Unternehmen konzentriert. Sie ist Träger der
industriellen Gemeinschaftsforschung und setzt sich mit Förderprogrammen für
die Leistungsfähigkeit des Mittelstandes ein. Besonders Existenzgründer
erhalten viele staatliche Fördermittel. Dabei ist es möglich, die
Finanzierungskosten zu halbieren und Hilfe durch Zuschüsse und günstige
Darlehen zu bekommen.

Doch wie sieht es in der IT-Branche aus? Auch hier gibt es eine öffentliche
Förderung von Existenzgründern und kleine und mittlere Unternehmen erhalten
Zuschüsse, Darlehen mit niedrigen Zinsen, Risikoentlastungen und
Beteiligungen. Die Mittelstandsförderung soll die Leistungs- und
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessern. Finanzielle Unterstützungen
erhalten insbesondere Unternehmen, die dazu beitragen, die
wirtschaftspolitischen Zielsetzungen zu erreichen. Zudem trägt die Gründung
von Unternehmen zur Beschäftigungsentwicklung bei, ermöglicht den Wettbewerb
und verhindert monopolistische Tendenzen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat erkannt, dass die
Forschung und Entwicklung von neuesten Produktionsverfahren eine Grundlage
für neue technologische Entwicklung bildet. Somit wird die
Forschungsförderung zur Entwicklung neuer Technologien eingesetzt. Demnach
werden Softwaresysteme als Innovationstreiber angesehen, die in fast allen
Wirtschaftszweigen zu finden sind. Die Forschungsförderung soll erreichen,
dass der Wettbewerbsvorteil ausgebaut und durch neue Aspekte in der
Wissensgesellschaft bestärkt wird. Schon das IT Forschungsprogramm im Jahre
2006 hat viele Erfolge gezeigt. Aufbauend darauf gibt es nun
Forschungsprogramme der Bundesregierung im Bereich Informations- und
Kommunikationstechnologien. Die Förderung von Softwaresystemen hat das Ziel,
die wissenschaftliche und technische Basis der deutschen Informatikforschung
zu stärken. Desweiteren sollen somit mittel- und langfristig neue
High-Tech-Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden.

Doch wie sieht es mit Deutschlands Großkonzernen aus? Diese sind
international nur wenig beachtet. Im Jahre 2010 fand sich nur der
Siemens-Konzern in der Liste der Top 100 der wertvollsten Konzerne weltweit
wieder. Mittlerweile hat das Handelsblatt berechnet, dass es nun auch VW,
SAP, Bayer und BASF geschafft haben. Die Firma SAP forderte schon vor
einigen Jahren eine gezieltere und koordiniertere Technologieförderung in
Europa. Hierbei ständen aber nicht die Subventionen, sondern die Förderung
der Grundlagenforschung im Vordergrund. Der Vorstandssprecher des
Softwarekonzerns erläutert, dass große Konzerne als Basis für kleinere
Unternehmen dienen sollten und um die herum sich eine Branche entwickeln
kann. Henning Kagermann ist der Meinung, dass zu viele Einzelprojekte
gefördert werden und das Geld auf große Kernthemen konzentriert werden
müsste. Zudem sei eine bessere europäische Koordination der Förderung nötig.
Dabei sieht sich SAP als Marktführer. Vielleicht können hier erste Schritte
zu einer Standardisierung für Unternehmenssoftware erkannt werden.


[tags AGB, Lizenz, Software, Lizenzmodelle, Erschöpfungsgrundsatz, EuGH,
Europa, Wettbewerb]
[category aktuell, SAP]

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